Österreichisch-Fidschianische
Gesellschaft (ÖFiG)

c/o

Univ.Prof. Dr. Hermann Mückler
Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien, Universitätsstrasse 7, A-1010 Wien, Österreich
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Auswahl von historischen Aufnahme n zu Fidschi aus den Jahren 1880 bis 1960. Postkarten, Buchillustrationen, Kalenderblätter

 

 


Tivovo (Bula Reconnection Mix); Black Rose of Fiji; Album: Voyage-Océanie

 

 


 

 

 

Zwei neue Bücher – Ozeanien, aber mit Fiji-Bezügen...

 


 

Deryck Scarr – ein ausgewiesener Kenner Fijis

(7. Sept. 1939 – 29. März 2024)

Deryck Anthony Scarr war ein Historiker, der seine Begeisterung für die tropische Inselwelt Ozeaniens und später auch des Indischen Ozeans in den von ihm verfassten Werken sehr anschaulich, präzise und gehaltvoll zum Ausdruck bringen konnte. Er war insbesondere ein Experte zu Fidschi. Er bevorzugte das geschriebene Wort im Wissen um seine Fähigkeit, sich damit am besten ausdrücken und auch komplexen Gegebenheiten den geeigneten Raum einer präzisen Darstellung einräumen zu können.

Geboren im englischen Newbury, Berkshire, als Sohn des Staatsbediensteten Dennis Wilfred Scarr und dessen Frau Keturah Alberta, geb. Josey, und Bruder von Jeremy David Scarr, kristallisierten sich früh seine Interessen heraus: die Pazifische Inselwelt und die dortigen historischen Geschehnisse. In einem Interview gab er einmal auf die Frage, was ihn inspiriert habe, die Antwort, dass es u.a. die Werke von Robert Michael Ballantyne und Robert Louis Stevenson waren, welche bereits in der Kindheit seine Sehnsucht, Ozeanien kennenzulernen, beflügelt hatten.

Seinen Bachelor in Geschichte absolvierte Deryck Scarr 1961 an der britischen University of Exeter mit Auszeichnung. Anschließend wechselte er nach Australien und konnte dort 1965 sein Doktorat im Fachbereich Pacific History an der Australian National University (ANU) erfolgreich abschließen. Dieser Universität in Canberra blieb er zeitlebens eng verbunden; zuerst als Research Fellow (1964-1968), später als Fellow (1968-1971) und schließlich als Senior Fellow in den Jahren 1971-1997. Neben mehreren Einladungen als Senior Lecturer, u.a. an die University of Adelaide, ist seine langjährige Tätigkeit als Mitglied des Editorial Board des Journal of Pacific History hervorzuheben. Fast zwanzig Jahre lang, von 1966 bis 1985, war er dort, zum Teil in führender Rolle, für die Auswahl, Bearbeitung und Veröffentlichung zahlloser Beiträge verantwortlich. Dass er selbst dort etliche Fachbeiträge veröffentlicht hat, versteht sich von selbst. Deryck Scarr‘s Interesse galt der Geschichte Ozeaniens, insbesondere aber beschäftigte er sich mit historischen Ereignissen und Entwicklungen auf den Fidschi-Inseln. Im Fokus standen dabei vor allem politische Ereignisse und deren Protagonisten. Seine vielen und zum Teil sehr langen Forschungsaufenthalte in Fidschi galten den Archiven sowie Recherchen für seine biographischen Forschungen zu fidschianischen politischen Persönlichkeiten.

Sein zweite Region, auf die er erst in den 1990er-Jahren sein Augenmerk legte, war der Indische Ozean und hier insbesondere die Seychellen, zu deren historischer Erforschung er von dort eingeladen worden war. Hier war es vor allem die Beschäftigung mit Aspekten der Sklaverei (Slaving and Slavery in the Indian Ocean. London 1998) sowie die Geschichte der Seychellen, welche seine Aufmerksamkeit fesselten (Seychelles Since 1770: History of a Slave and Post-Slavery Society, London 1999). In beiden Weltregionen, der pazifischen Inselwelt und den Indischen Ozean, konnte er seine Leidenschaft fürs Segeln ausleben. Sein Lebensmittelpunkt blieb aber bis zu seinem Tod Australien, wo er mit seiner 1988 geehelichten, aber leider frühzeitig 1999 verstorbenen Frau Marion Joy Erasito, mit der er gemeinsam eine 1991 geborene Tochter namens Miranda Keturah Marieta hat, in Canberra lebte.

Es war an der ANU im Jahr 1993, wo ich Deryck Scarr an der Research School for Pacific Studies (ab 1994 auch Asian Studies) im berühmten Coombs-Building erstmals traf. Ich war gerade dabei, auf dem Rückweg von den Fidschi-Inseln an der ANU weiteres Material aus Bibliotheken und Archiven für meine Diplomarbeit zu recherchieren, und kannte Deryck Scarr nur anhand seiner Bücher und einiger Fachartikel. Als ich nach längerem Suchen (das 1964 errichtete Coombs-Building besteht aus drei sich berührenden hexagonalen Gebäude-Ringen, was bedeutet, dass man sich auf den Gängen leicht verlaufen kann) an die Tür seines Büros klopfte und er mich hereinbat, erfüllte sich für mich der Wunsch, jenen Mann kennenzulernen, dessen Werke zu Fidschi ich kannte und aus denen ich für meine eigene Arbeit bereits häufig zitiert hatte. Seine Gastfreundschaft und vor allem seine Bereitschaft mir verständnisvoll zuzuhören und mir – sowohl bei diesem ersten als auch bei späteren Treffen – Ratschläge zu geben, haben mich beindruckt und mein Verständnis für komplexe Zusammenhänge in der (traditionellen) fidschianischen Gesellschaft erweitert. Dass er so manche Besonderheiten der Fidschianer wohlwollend kritisch, ja durchaus ironisch sah und sie augenzwinkernd mit Witz beurteilte, erschloss sich mir schrittweise.

Scarr‘s Kenntnis fidschianischer Gepflogenheiten und Eigenheiten der traditionellen fidschianischen Gesellschaft war umfassend und speiste sich u.a. aus der Beschäftigung mit den Biographien von zentralen Schlüsselpersönlichkeiten, welche in der jüngeren Geschichte der Inselgruppe eine bedeutende Rolle spielten. Seine auf umfangreicher Biographieforschung basierenden Bücher zu Ratu Sir Lala Sukuna (Ratu Sukuna: Soldier, Statesman, Man of Two Worlds; London 1980), einem Wegbereiter für Fidschis Unabhängigkeit von Großbritannien, und zuletzt zu Ratu Sir Kamisese Mara (Tuimacilai: A Life of Ratu Sir Kamisese Mara, Belair 2008), dem ersten Premierminister und späteren Präsidenten Fidschis, belegen dies eindrucksvoll. Scarr’s Interesse galt sowohl den gesellschaftspolitischen Entwicklungen in der britischen Kolonie Fidschi der Jahre 1874 bis 1970, als auch den seit der Unabhängigkeit des Inselstaates stattgefundenen Ereignissen und politischen Trends. Für Ersteres möge beispielhaft sein Buch zur Geschichte der Western Pacific High Commission (WPHC; Fragments of Empire, A History of the Western Pacific High Commission 1877-1914. Canberra 1967) – dies war Scarr’s Dissertationsthema – stehen. Weiters jene beiden biographischen Werke zu deren High Commissioner der Jahre 1888-1897 und späterem Gouverneur von Fidschi, Sir John Bates Thurston (I the very bayonet; The Majesty of Colour, A Life of Sir John Bates Thurston. Vol. 1, Canberra 1973; Viceroy of the Pacific; The Majesty of Colour, A Life of Sir John Bates Thurston. Vol. 2, Canberra 1980). Für Zweiteres, also die rezenteren politischen Entwicklungen Fidschis, mag sein Buch über die Ereignisse der beiden Militärcoups 1987 gelten (Fiji, The Politics of Illusion; The Military Coups in Fiji. Kensington 1988). Zu Deryck Scarr’s Werken zählen auch mehrere von ihm editierte Bände; vielleicht am bekanntesten davon sind zwei Bücher, welche viele spannende Geschichten zu herausragenden Persönlichkeiten und Ereignissen in der Pazifischen Inselwelt vereinen (zus. mit J. W. Davidson: Pacific Islands Portraits. Canberra 1970; und von Scarr alleine herausgegeben: More Pacific Islands Portraits. Canberra 1978).

 

Deryck Scarr war – neben dem Indo-Fidschianer Brij Lal, der Ende 2021 verstarb – vermutlich der versierteste Historiker, den es im englischsprachigen Raum zu den Fidschi-Inseln gab. Tatsächlich kannten sich die beiden, da sie beide viele Jahre an der ANU im bereits erwähnten Coombs-Building nur wenige Meter voneinander entfernt ihre Büros hatten und dort ihren Forschungen nachgingen. Sie waren bei manchen Einschätzungen der sehr volatilen politischen Entwicklungen in Fidschi nicht einer Meinung. Daraus entspann sich ein Schlagabtausch, der auch öffentlich ausgetragen wurde. So reagierte Deryck Scarr auf Lal’s Kritik an seinem Buch zu Ratu Mara Tuimacilai... (siehe oben) mit einer Erwiderung, die auf den ersten Blick augenzwinkernd pointiert erscheint, aber in der detaillierten Argumentation offenbart, wie umfassend und gut er die fidschianischen politischen Entwicklungen und deren kulturell verankerte Ursachen kannte und folglich auch dazu fundiert Stellung nehmen konnte.

 

Sein letztes Projekt konnte Deryck Scarr nicht mehr umsetzen: eine neue, umfassende Geschichte zu Fidschi schreiben. Bereits jahrelang auf den Buchplattformen mit baldigem Erscheinen angekündigt, hätte das Buch mit dem geplanten Titel Gulliver’s Other Islands. A New History of Fiji einen neuen, anderen, vielleicht Kontroversen produzierenden Blick auf den Inselstaat im Herzen Ozeaniens werfen sollen. Es kam nicht mehr dazu. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass mit Deryck Scarr‘s Hinscheiden ein weiterer und einer der letzten großen Ozeanien-Forscher aus der anglo-australischen Forschungstradition der 1960er Jahre, als das Interesse an der Erforschung der Pazifischen Inselwelt groß und folglich die Forschungsbedingungen überaus günstig waren, abgetreten ist. Was weiters bleibt, sind Deryck Scarr’s Bücher und Fachbeiträge, die er in seinem ausgefüllten Leben verfasst und veröffentlicht hat – und die Bestand habe.

 

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Brij V. Lal (1952–2021) – Anmerkungen zu einer Persönlichkeit

Am 25. Dezember, dem Christmas Day, verstarb im australischen Brisbane unerwartet der international anerkannte Historiker, Autor und Fidschi-Experte Brij Vilash Lal. Zu der schwer verarbeitbaren Tatsache des so plötzlichen Dahinscheidens kommt die sich rasch einstellende Erkenntnis, dass mit Brij Lal einer der ganz großen Forscher von uns gegangen ist.

Zumindest zwei Besuche in Österreich machten ihn auch hierzulande bekannt und er war zweimal bei Veranstaltungen der Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft (OSPG) präsent und teilte seine Auffassungen mit einem interessierten Publikum, welches gekommen war, um den aus Fidschi stammenden Experten zu demokratiepolitischen Fragestellungen, aber auch weit darüber hinaus über historische Entwicklungen in Fidschi und der pazifischen Inselwelt zuzuhören und zu befragen.

Ich durfte Brij bereits 1993 im Zuge meines zweiten Fidschi-Aufenthaltes, welcher der Recherche für die Fertigstellung meiner Diplomarbeit diente, in Suva kennenlernen. Seither hat es einen steten Kontakt zueinander gegeben, auch wenn wir manchmal zwei, drei Jahre nichts voneinander hörten. Brij galt zeitlebens als Verfechter demokratisch organisierter Gesellschaften und als klarer Gegner autoritärer politischer Entwicklungen – und dies galt nicht nur für Fidschi. Fast zwangsläufig geriet er dadurch in seinem Geburtsland über die Jahre immer wieder in Konflikt mit diversen politischen Vertretern. Nach den beiden Coups des Militärbefehlshabers Sitiveni Rabuka im Jahr 1987 war er in den Folgejahren ein vehementer Verfechter nicht nur für eine Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen und deren Zementierung in Fidschi, sondern auch einer, der sich für die Aussöhnung und Gleichstellung der beiden großen Volksgruppen des Landes – den melanesisch-stämmigen Fidschianern und den indisch-stämmigen Indo-Fijians – einsetzte. Als ich Brij kennenlernte, war er als eines von drei Mitgliedern für die damalige Constitutional Review Commission, zusammen mit Sir Paul Reeves und Tomasi Rayalu Vakatora, nominiert worden, um für Fidschi eine neue Verfassung auszuarbeiten. Die 1996 präsentierten Vorschläge mündeten in eine 1997/98 angenommene neue Verfassung, die eine tragfähige Basis für das Miteinander der unterschiedlichen Ethnien in Fidschi garantierte. Zu jener Zeit durfte ich mit Brij Lal immer wieder Gespräche führen, deren Inhalte auch in meine eigene Dissertation und später in die Habilitation eingeflossen sind. Damals kritisierte er den zweimaligen Putschisten, Parteigründer und Politiker Sitiveni Rabuka, so wie er später Voreque ‚Frank‘ Bainimarama, den Putschisten von 2006 und jetzigen Premierminister, immer wieder scharf kritisierte.

Zur Ironie der fidschianischen Geschichte zählt, dass Rabuka – nun ein Oppositionspolitiker – einer der Redner bei der Veranstaltung zu Brij Lals Gedenken in Suva ist, während Bainimarama dafür verantwortlich ist, dass Brij, zusammen mit seiner Frau Padma, 2009 des Landes verwiesen wurde, seither in Australien leben musste und 2015 auf Lebenszeit aus Fidschi verbannt wurde. Es war Bainimarama, dessen Coup von 2006 dieser u.a. damit begründet hatte, den damaligen verfassungsfeindlich agierenden Premier Quarase zu stürzen und zur ethnisch ausbalancierteren Verfassung von 1998 zurückzukehren – jener Verfassung, an deren Ausarbeitung Brij Lal beteiligt war. Doch es waren letztlich andere Gründe als ethnische, die beim Coup von 2006 im Hintergrund standen und diese waren von Brij Lal kritisch benannt und offenbart worden. Die fidschianische Innenpolitik ist komplex und von vielfältigen Interessensebenen und -gruppen gekennzeichnet, deren Volatilität groß und historisch legendär ist. Brij zeichnete die Fähigkeit aus, auch mit seinen Gegnern, die er niemals als Feinde bezeichnet hätte, immer eine Gesprächsbasis aufrecht erhalten zu wollen. Aus diesem Grund zollen ihm auch die allermeisten politischen Gegner Respekt. Seine Ausweisung aus Fidschi im November 2009 – nachdem Brij Lal sich in einem Interview zur aktuellen politischen Lage in Fidschi nach der Ausweisung der Hohen Kommissare Australiens und Neuseelands geäußert hatte – muss daher als Zeichen der Schwäche des Regimes und der Unfähigkeit des Premiers einen politischen Dialog mit Menschen anderer Meinung führen zu können, gesehen werden.

Dass Brij Lal trotz seiner zwangsweisen Exilierung durch die amtierende Regierung in Fidschis Bevölkerung hochangesehen ist, steht außer Zweifel. Dass er in Australien eine zweite Heimat fand, ergab sich schon aus der Tatsache, dass er dort von 1990 bis 2016 als Professor für Pacific and Asian History an der Australian National University (ANU) in Canberra tätig war. Darüber hinaus lehrte er an der University of the South Pacific (USP) in Suva, an der University of Papua New Guinea (UPNG) und an der University of Hawai’i at Manoa (UHM). Die vielen Stationen seines Wirkens und vor allem die darauf fußenden Leistungen brachten ihm zahlreiche hochrangige Ehrungen ein, wie man nicht zuletzt auf Wikipedia nachlesen kann.

Ich erinnere mich gut daran, als er um 2003 in Wien war und einen vielbeachteten Vortrag zu jüngeren historischen politischen Entwicklungen in Fidschi hielt. Legendär war aber jene Podiumsdiskussion, die im Wiener Veranstaltungslokal „Depot“ stattfand – es muss wohl 2005 gewesen sein –, wo zu meiner Linken Max Quanchi und zu meiner Rechten Brij Lal saßen und ich die Diskussion und Fragen an die beiden zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen im Pazifik moderieren durfte. Der ziemlich extrovertiert agierende Max gefiel sich dabei in der Rolle, sehr salopp und generalisierend die Lage zu beurteilen, während Brij vorsichtig und verhalten die Dinge interpretierte. Max versuchte Brij aus der Reserve zu locken und provozierte wohl auch ein wenig, was ich als Moderator abzufangen und zu neutralisieren hatte. Brij blieb gelassen und brachte mir erst später, als wir wieder zuhause waren, sein Befremden über die skurrile Situation zum Ausdruck.

Ebenso erinnere ich mich an ein Zusammentreffen und Mittagessen mit Brij an der ANU im Jahr 2013, von dem mir zwei Aspekte im Gedächtnis haften blieben. Einer war Brijs großes Bedauern darüber, dass damals gerade die Generation jener Pazifikforscher abtrat, welche nach dem Zweiten Weltkrieg unter sehr günstigen Bedingungen Großes geleistet hatte und dabei – bedingt durch den Kalten Krieg und die Notwendigkeit, die pazifischen Inseln und deren Bewohner besser zu erforschen – aus dem Vollen schöpfen konnte. Eine ganze Reihe legendärer Pazifikforscher war damals innerhalb weniger Jahre verstorben. Ron Crocombe war einer der ersten gewesen, Hank Nelson und Darrel Tryon waren erst unmittelbar vor jenem Gespräch verstorben. Brij prophezeite damals, dass sich die ANU, aber auch die UHM, das East-West-Center und andere akademische Einrichtungen der Region dramatisch verändern und die Ozeanien-Forschung zugunsten einer verstärkten Asienforschung drastisch einschränken würden. Und so kam es auch.

Der zweite Aspekt betraf Brijs eigene Exilierung von Fidschi. Er litt unter dem Verlust seiner Heimat und verschwieg dies auch nicht. Gut erinnere ich mich daran, wie er in meiner Anwesenheit 2005 in Wien mit seiner Frau Padma telefonierte, die gerade nur wenige hundert Meter vom Laucala-Campus der USP entfernt in Suva ein Haus für die Familie erworben hatte. Es war den beiden nicht einmal vier Jahre vergönnt, dort bis zu Brijs und Padmas Ausweisung aus Fidschi zu leben. Er, der aus einem kleinen Dorf namens Tabia nahe Labasa auf Vanua Levu stammte und unter bescheidenen Verhältnissen aufwuchs, war bereits in seinem autobiographischen Buch Mr Tulsi's Store: A Fijian journey(2013) auf seine Kindheit und Jugend eingegangen und hatte auf literarische Weise mit philosophischen Bezügen seine enge Bindung an das Land und seine Bewohner verarbeitet. Während die Mehrzahl seiner wissenschaftlichen Bücher sich der speziellen historischen, girmit genannten, Periode der aus Indien nach Fidschi gekommenen Kontraktarbeiter und deren Schicksalen widmeten – er selbst war der Sohn eines solcherart nach Fidschi gekommenen, girmitiya genannten Inders –, hatten seine jüngsten Bücher immer mehr essayistischen, literarischen Charakter. Gerade diese Werke gaben aber Einblick in Brij Lals Wesen und thematisierten jene Dinge, die ihm persönlich wichtig waren.

Insofern ist es eine Tragödie, dass es ihm, der Fidschi so sehr liebte, nicht mehr vergönnt war, in seine Heimat zurückzukehren. Ob ihn die fünf Enkelkinder, die ihm seine beiden Kinder Yogi und Niraj schenkten, darüber hinweg trösteten, wissen wir nicht. Was bleibt, sind die von ihm verfassten zahlreichen Bücher, die insbesondere dazu beitragen, das Bild Fidschis und dessen besondere koloniale und postkoloniale Geschichte weltweit transparent zu machen. Es bleiben die zahllosen wissenschaftlichen Artikel, aber auch die journalistischen Beiträge, die er über viele Jahre für die Fiji Times und andere Zeitungen verfasste. Ebenso bleibt sein Einsatz für demokratische Verhältnisse in seinem Heimatland Fidschi gegen alle Widerstände in Erinnerung. Es bleibt die traurige Tatsache des Verlustes einer herausragenden Persönlichkeit und eines wertvollen Menschen.

Hermann Mückler

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50 Jahre Fidschi - Ein Inselstaat feiert sein 50-jähriges Bestandsjubiläum!

Die ÖFiG gratuliert herzlich!

Als am 10. Oktober 1970 vor dem alten Parlamentsgebäude in Suva die britische Flagge nach 94 Jahren kolonialer Herrschaft über die Fidschi-Inseln eingeholt wurde und erstmals die neue fidschianische Nationalflagge gehisst wurde, konnten sich nur wenige ausmalen, was die neu angebrochene Epoche für diesen jungen Inselstaat an Chancen aber auch Herausforderungen bringen würde. Die Erwartungen waren hoch, schließlich markierte das Jahr 1970 in Ozeanien eine Phase der Entkolonisierung von den europäischen Kolonialmächten.

Ein schnelles Aufschließen zu den Industrieländern durch den Ausbau des Tourismus war nur ein Aspekt, für den damals die  Weichen gestellt wurden. Tatsächlich löste dieser bald die Gewinnung von Zucker aus Zuckerrohr als wichtigsten Wirtschaftszweig ab. Das Land prosperierte und wenn es nicht die ethnischen Konflikte zwischen den indigenen Fidschianern melanesisch-polynesischer Abstammung und den ursprünglich aus Indien eingewanderten und nun schon seit Generationen in Fidschi lebenden Indo-Fidschianern gegeben hätte, wäre die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte eine ausschließlich positive. Mehrere politische Umstürze, sogenannte „Coups“, zwei im Jahr 1987, einer im Jahr 2000 und schließlich einer im Jahr 2006 zeigten jedoch, dass es im Land unterschiedliche Auffassungen über die gesellschaftspolitische Ausrichtung gab, für die in harten politischen Auseinandersetzungen der einzelnen Lager nach einer für alle in Fidschi lebenden Menschen gangbaren Lösung gerungen wurde.

Ein Rückblick auf 50 Jahre Republik Fidschi zeigt aber auch, dass es den Bewohnern der 110 bewohnten Inseln dieses Archipels erstaunlich gut gelungen ist, die globalen Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte zu meistern. Seit seiner Unabhängigkeit ist das Land insgesamt dennoch weitgehend politisch stabil – trotz der Coups, die allesamt unblutig abliefen – und konnte auch mit seinen Nachbarn ein gedeihliches Auskommen initiieren. Damit wurde und ist die Inselgruppe ein Stabilitätsanker in einer Weltregion, die zwar als peripher gilt, geostrategisch gerade aber wieder deutlich an Bedeutung gewinnt.

Dem derzeitig amtierenden Premier Frank (Voreque) Bainimarama ist es zu verdanken, dass seit dem Jahr 2006 das Land politisch zur Ruhe kommen konnte und mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung die annähernde Gleichstellung der fidschianischen und indo-fidschianischen Bevölkerungsgruppen erreicht werden konnte. Darüber hinaus war es Bainimarama gelungen, Fidschi international deutlich sichtbarer werden zu lassen und das Land und dessen Interessenvertreter insbesondere in internationalen Institutionen gut zu positionieren. Damit hat der Inselstaat erfolgreich gegen hegemoniale Ansprüche insbesondere der Australier in Ozeanien agieren können und sich als unabhängiger Staat bewiesen, der damit für andere kleine Inselstaaten der Region eine Vorbildwirkung entfaltete.

Auch wenn die Fidschi-Inseln nicht von den globalen Problemen abgekoppelt waren und insbesondere der Klimawandel auch auf den Inseln seinen unübersehbaren Niederschlag in sich häufenden hurricanartigen zerstörerischen Stürmen und Flutwellen hatte, so gelang es den Bewohnern mit den ihnen eigenen Resilienzstrategien die Dinge zu meistern und neue Perspektiven und Wege zu finden. Dass der Nationalstolz solcherart nicht geringer wurde, versteht sich von selbst und ist berechtigt. Die fidschianische Kultur ist facettenreich und hatte eine Kontinuität, die Jahrhunderte zurückreicht, durch die Kolonialzeit aber ihre Abänderungen und Wandlungen erfahren hat. Identitätsstiftende Traditionen spielten und spielen eine große Rolle im Alltag der Fidschianerinnen und Fidschianer und es gilt, diese an die Bedingungen des 21. Jahrhunderts so anzupassen, dass damit auch in Zukunft flexibel die anstehenden Herausforderungen gemeistert werden können.

Die Österreichisch-Fidschianische Gesellschaft (ÖFiG) verfolgt seit ihrer Gründung die Geschehnisse in diesem Land und die Geschicke seiner Bewohner mit großer Aufmerksamkeit. Die reichhaltige Kultur dieses Inselstaats an der Schnittstelle zwischen den beiden Großregionen Melanesien und Polynesien war und ist der ÖFiG Auftrag, diese den Österreicherinnen und Österreichern näher zu bringen.

Coronabedingt fallen nicht nur viele Festveranstaltungen in Fidschi anlässlich des 50-jährigen Bestandsjubiläums aus. Auch die ÖFiG, die diesen Anlass gebührend mit einem Festvortrag und anschließendem Gemütlichen Zusammensein feiern wollte, musste aus aktuellen Gründen diese Veranstaltung absagen und verschieben. Zu einem späteren Zeitpunkt, wohl erst im Jahr 2021, werden wir diese nachholen.

Jetzt gilt es, den Bewohnerinnen und Bewohnern der Fidschi-Inseln zu ihrem 50-jährigen Bestandsjubiläum ihres Staates herzlich zu gratulieren und dem Land und seinen Menschen eine friedliche, prosperierende und insgesamt erfüllende Zukunft zu wünschen.

Weiterhin Alles Gute !

Monika Popp und Hermann Mückler

im Namen des gesamten Vorstands der ÖFiG


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Anlässlich des runden Bestandsjubiläums des Inselstaates Fidschi wurde für die Feierlichkeiten (die coronabedingt weitgehend abgesagt wurden) ein eigenes Logo geschaffen:


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Neu erschienen: Hermann Mückler: Australien-Ozeanien-Neuseeland, Band 15 in der Reihe Neue Fischer Weltgeschichte

In dem Band, der neben Australien sich sschwerpunktmäßig der Pazifischen Inselwelt inklusive Neuseeland widmet, ist auch Fidschi prominent in allen Großkapiteln vertreten. Der Band ist als BAnd 15 in der Neuen Fischer Weltgeschichte erschienen, welche die legenädre "alte" Reihe nun schrittweise ersetzt. Der Band im Umfang von 640 Seiten, erschienen 2020 im Frankfurter S. Fischer Verlag,  kann zum Preis von 78,00 Euro in jeder Fachbuchhandlung sowie auf den online-Buchplattformen bezogen werden.

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In eigener Sache:

Der Vorstand der ÖFiG wünscht allen Mitgliedern, Förderern und Freunden der Österreichisch-Fidschianischen Gesellschaft in der derzeitigen Corona-Situation vor allem Gesundheit! Bleibt und bleiben Sie wohlauf und schützen Sie sich! Wir freuen uns schon jetzt darauf, Sie hoffentlich wohlbehalten im Herbst bei den bereits in Planung befindlichen Veranstaltungen wiedersehen zu können.

Der Vorstand der ÖFiG


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Buchtipp:

Nancy Shoemaker: Pursuing Respect in The Cannibal Isles. Americans in Nineteenth-Century Fiji. Ithaca/London 2019: Cornell University Press, 333 S., XIII S., hb., ISBN: 978-1501740343, Preis: 27,51 US$

Rezension:

Die Autorin Nancy Shoemaker ist jenen ein Begriff, die sich für die Geschichte des Walfangs im Pazifik interessieren. In mehreren Werken hat sie die Walfänger sowie deren Impakt auf die Inselbevölkerungen und deren Kulturen dokumentiert und beschrieben. In ihrem neuesten Buch fokussiert sie auf die Rolle, welche US-Amerikaner auf Fidschi im 19. Jahrhundert spielten bzw. spielen konnten. Für viele Fidschianer, die die Geschichte ihrer Inselgruppe im 19. Jhdt kennen, sind die US-Amerikaner die am zweifelhaftest agierendsten Ankömmlinge gewesen. Shoemaker greift die drei wichtigsten und in ihren Wirkungen einflussreichsten Persönlichkeiten jener Epoche heraus. 1.) den Beachcomber David Whippy, einen Matrosen aus Nantucket, der sich 1824 auf Fidschi niederließ, eine Fidschianerin zur Frau nahm und später mit noch drei anderen fidschiansichen Frauen mehrere Kinder hatte. Er agierte als Händler, vermittelte zwischen den Weißen und den Fidschianern aufgrund seiner Sprachkenntnisse sowie Kenntnisse der fidschianischen Bräuche und agierte eine Zeit lang als US-Vizekonsul. 2.) Mary D. Wallis, die als Frau des Händlers Bejamin Wallis 1844 nach Fiji gelangt war und nach zweijähriger Rundreise in Fidschi ein Buch verfasste ("Life in Feejee") , welches in den USA das Bild von Fiji entscheidend prägte. Und schließlich 3.) John Brown Williams, ein Händler, der 1846 nach Fidschi gelangte und vor Ort derart rücksichtslos agierte, dass er die Einheimischen rasch gegen sich aufbrachte. Den Höhepunkt seiner Unbeliebtheit errang der Mann, der als US Commercial Agent agierte, im Jahr 1855, als ein Lagerhaus in Laucala, welches Williams gehörte, ein Raub der Flammen wurde und das ausgebrannte Haus von Fidschianern geplündert wurde, was John Brown Williams dazu veranlasste, vom damaligen einflußreichsten Chief, Ratu Cakobau Entschädigungszahlungen zu verlangen, wobei er drohte, fidschianische Dörfer von der US-Marine beschießen zu lassen. Tatsächlich gab es US-Begehrlichkeiten auf die Inselgruppe, denen Cakobau, unter dem Fidschi das erste Mal mit Waffengewalt vereinigt wurde, dazu veranlasste, den Schutz der Briten zu suchen. Shoemaker schöpft aus einer Vielzahl an Dokumenten und das packend in englischer Sprache verfasste und gut lesbare Buch lässt die kontroversen, zum Teil konfliktreichen Persönlichkeiten in allen Einzelheiten vor den Leserinnen und Lesern entstehen. Shoemaker gibt anfangs in einem einleitenden Kapitel Details zum Bild Fijis im Amerika des 19. Jahrhunderts und thematisiert dabei ua. beispielsweise die sogenannten "Feejee Mermaids", künstlich geschaffene Zwitterwesen von Fisch und Mensch, die ua. bei den Kuriositätenschauen eines P.T. Barnum gezeigt wurden. Das Buch ist äußerst detailreich, enthält im Anhang Auflistungen der Sandelholz-Fahrten, der Bêche-de-mer-Fahrten sowie aller Schiffe, die bis 1860 Fidschi erreichten. Einige s/w-Bidedr, eine umfangreiche Bibliographie sowie ein sehr detaillierter Index ergänzen dieses mehr als lesenwerte Buch. Für Fidschi-Interessierte ein Muss!

Hermann Mückler

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Albert J. Schütz: Discovering Fijian. Early Impressions from Explorers, Traders, and Missionaries. Honolulu 2019: Pacific Voice Press, 211 S., XIV S., pb., ISBN: 978-1077473607, Preis: 10 US$


Rezension:

Das vorliegende Buch stammt von einem Autor, der als ausgewiesener Fidschi-Experte bekannt ist. Albert Schütz hat bereits seit den 1960er Jahren auf den Fidschi-Inseln umfangreiche Forschungen als Sprachwissenschaftler unternommen und dabei ua. zahlreiche lokale Dialekte aufgenommen. In den 1970er Jahren war er Direktor des Fijian Dictionary Projects. Zahlreichen Fidschi-Reisenden, die sich eingehender mit der fidschianischen Sprache befassten ist er als Autor der "Fijian Reference Grammar" bekannt. Das vorliegende Buch beschäftigt sich ebenfalls mit der fidschiansichen Sprache und zwar aus historischer Sicht. Anhand einer umfangreichen Sammlung von Aufzeichnungen gelingt es dem Autor, ein umfassendes Bild jener Personen und Ereignisse zu geben, die für das Erfassen der fidschianischen Sprache maßgebend waren. Insbesondere Missionare trugen wesentlich dazu bei, diese Sprache für Europäer bzw. Nicht-Fidschianer greifbar zu machen. Aber auch die Wortlisten und Grammatiken, welche von den Entdeckern sowie zahlreichen Händlern, die sich in der Region im gesamten 19. Jahrhudnert aufhielten, angefertigt wurden, hatten und haben ihre spezielle Bedeutung, um heute noch nachvollziehen zu können, wie sich 1.) der Erkenntnisgewinn zur fidschianischen Sprache entwickelte, und 2.) welche Veränderungen aus heutiger Perspektive sich seit der Zeit der europäischen Einflussnahme in der melanesisch-polynesischen Region um Fidschi herum ergeben haben. Sprache ist kein starres Konstrukt, sondern im Fluss und unterliegt dabei vielen äußeren und inneren Einflüssen. Schütz versucht, im Sinne einer ethnohistorischen Quellenforschung eine möglichst vollständige Auflistung und detailliertere Beschreibung all jener Personen zu geben, die Substantielles zur Erfassung der fidschiansichen Sprache beitrugen. Dazu gehören neben den Entdeckern wie James Cook, William Bligh und der Franzose d'Entrecasteux insbesondere die Missionare David (und seine Frau Margaret) Cargill, Horation Hale, William Cross und viele mehr. Auch wenn für Nicht-Lunguisten manche Aspekte zu sehr ins Detail gehen, so vermittelt dieses Werk insgesamt doch eine gutes historisches Kaleidoskop, bei dem es dem Autor gelingt, durch Einschübe zur historischen Ereignisgeschichte das Lesen kurzweilig werden zu lassen. Das in englischer Sprache verfasste Buch zeichnet sich durch zahlreiche s/w-Bilder und Karten aus und beinhaltet eine umfangreiche Bibliographie, einschlägige Wortlisten sowie einen detaillierten Index. Das Buch ist aufgrund seienr historischen Zugänge nicht nur für Sprachwissenschaftler ein Gewinn und kann daher zum Kauf empfohlen werden.

Hermann Mückler


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60 Jahre Dachverband-PaN: Die ÖFiG gratuliert im Rahmen einer Festveranstaltung!

Die Österreichisch-Fidschianische Gesellschaft ist als bilaterale Freundschaftsgesellschaft ein ordentliches Mitglied im Dachverband aller Österreichisch-ausländischen Gesellschaften PaN (Partner aller Nationen). Der Dachverband feierte sein 60-jähriges Bestandsjubiläum im Herbst 2019 mit einer großen Festveranstaltung im Wiener Rathaus, zu der mehr als 500 Gäste geladen waren. ÖFiG-Präsidentin DDr. Monika Popp überbrachte im Rahmen des Festsymposiums die Grüße der ÖFiG und unterstrich die Bedeutung des ehrenamtlichen zivilgesellschaftlichen Engagements für die Völkerverständigung und das gegenseiteige Kennenlernen von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Background.Im Netzwerk von PaN wird die ÖFiG auch zukünftig ihre Rolle einnehmen und sich für ein gedeihliches Miteinander engagieren.


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Neue Präsidentin der ÖFiG: DDr. Monika Popp

In der 6. ordentlichen Generalversammlung der ÖFiG am 13. Februar 2019 wurde das langjährige Vorstandsmitglied, Frau Dr.phil. Dr.med. Monika Popp einstimmig zur neuen Präsidentin der Gesellschaft gewählt. Die Ärztin und Politikwissenschafterin war bereits 1992 das erste Mal im Rahmen einer Fachexkursion zu regionalen Organisationen nach Fidschi gelangt und hat seither lebhaften Anteil an der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklung des Inselstaates genommen. Sie bekleidete zahlreiche medizinische Positionen in Österreich und der Schweiz und zeichnet sich – so die Worte ihres unmittelbaren Vorgängers Univ.Prof. Dr. Hermann Mückler – durch innovative Ideen, Teamfähigkeit, Engagement und letztlich durch ihre außerordentliche Herzlichkeit aus, mit der sie alle für sich einnimmt und für ein gemeinsames Erreichen der gesteckten Ziele in der Gesellschaft begeistern kann. Mit DDr. Monika Popp ist die ÖFiG gut für die Zukunft aufgestellt. Der gesamte Vorstand der ÖFiG gratuliert herzlich und freut sich auf die weitere gute Zusammenarbeit!

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Vizepräsident der ÖFiG Ingfrid Schütz-Müller nach langer schwerer Krankheit von uns gegangen.
9.3.1944-18.9.2018


Am Dienstag, den 18. September 2018, ist in den späten Abendstunden der Politikwissenschaftler und Ozeanien-Experte, einer der Proponenten und Mitbegründer der Österreichisch-Fidschianischen Gesellschaft (ÖFiG), Univ.Prof. DDr. Ingfrid Schütz-Müller im 75. Lebensjahr verstorben. Er war seit der Gründung der ÖFiG als Vizepräsident dieser bilateralen Vereinigung tätig und uns allen als ausgewiesener Ozeanienexperte bekannt, der mehrere Exkursionen mit Studierenden in die Pazifische Inselwelt unternommen hatte, und als passionierter Sammler von alten Ansichten und Karten eine stattliche Sammlung an Ozeanika aufgebaut hatte. Durch seine einschlägigen Lehrveranstaltungen am Institut für Politikwissenschaft, seine Exkursionen sowie seine bei allen Gelegenheiten vermittelten Begeisterung zur Region Ozeanien, hat er in vielen von uns eine Sensibilisierung für „die Südsee“ hervorgerufen und wach gehalten. Die letzten Jahre, die Ingfrid Schütz-Müller bereits in Ruhestand verbracht hat, waren durch Krankheit gezeichnet, aber auch von einer bis zuletzt bestehenden großen Zuversicht, mit diesen Unbillen leben zu können. Für seine Leistungen, insbesondere die über 65 Exkursionen zu Zentren der internationalen Politik, erhielt er 2014 aus den Händen von Wissenschaftsmsinister und Vizekanzler Mitterlehner das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. Mit Ingfrid Schütz-Müller verliert Österreich einen Pazifik-Experten, wir alle in der ÖFiG einen Menschen, der menschlich und fachlich eine große Lücke hinterlässt, und ich einen engen Freund, mit dem ich die Begeisterung für die Südsee teilen konnte und mehrere gemeinsame Projekte umsetzen durfte.

Hermann Mückler

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Wednesday Seminars im WS 2017/18: Der Fidschi-Experte Dominik Schieder hält die Wednesday Lecture am 24. Jänner 2018 mit dem Titel

"(Multi-)ethnic sociality in context: Fiji Islander migrant organisations in Japan and the United Kingdom"

Wo und Wann: HS C am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien, Universitätsstrasse 7, 1010 Wien, 4. Stock, 17.00 Uhr.

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COP23-Fiji - UN Climate Change Conference in Bonn unter Vorsitz Fijis

Von 6. bis 17. November 2017 findet in Bonn die 23rd Conference of the Parties of the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC). Die Präsidentschaft über die Konferenz hält der fidschianische Präsident Frank Voreque Bainimarama. Das Ziel der Tagung ist es, die in Paris vereinbarten Klimaziele zu konkretisieren, Strategien zu deren Umsetzung zu entwickeln, und insbesondere auf die spezifischen Probleme hinzuweisen, mit denen die vom Klimawandel besonders betroffenen pazifischen Inselstaaten zu kämpfen haben. Für weitere Informationen bitte das Konferenzlogo anklicken.

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Große Fiji-Ausstellung im Sainsbury Centre for Visual Arts der University of East Anglia in Norwich mit dem Titel "Fiji: Art & Life in the Pacific" von 15. Oktober 2016 bis 12. Februar 2017 (bitte Bild anklicken)

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Vortrag am Mittwoch, den 22. März 2017,von Dr. Hermann Mückler zum Thema: "Fiji: Rückkehr zur Normalität und neues Selbstbewußtsein"

Am Mittwoch, den 22. März 2017, fand um 19.00 Uhr im Härsaal A des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie  ein Vortrag von Hermann Mückler mit obigen Titel statt. Fiji hat nach seiner Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen regional und überregional einen neuen Stellenwert erlangt, was auf Premierminister Voreque Bainimaramas Initiativen in den Jahren 2006-2014 zurückgeht. Insbesondere Australien tut sich nach wie vor schwer, mit dem selbstbewußter gewordenen Inselstaat Fiji, der im Rahmen internationaler Organisationen deutlich mehr Sichtbarkeit erlangen konnte, umzugehen. Der Vrotrag gab eine generelle Einführung in Spezifika der fidschianischen Kultur, beleuchtete die Geschichte und jüngere gesellschaftlcihe Entwicklung sowie das Verhältnis von Fidschianern und Indo-Fidschianern zueinander.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Österreichisch-Tuvaluischen Gesellschaft und der Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft durchgeführt.

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23. Konferenz der New Zealand Studies Association (NZSA) in Strassburg, Elsass, Frankreich, in der Zeit von 7. bis 10. Juli 2017 unter dem Generalthema "Contested Territories in the Pacific" statt.

Die New Zealand Studies Association (NZSA) hält ihre nächste Jahrestagung, nach Stationen in Lugano (2026), Wien (2015), Oslo (2014), Nijmegen (2013), Gdansk (2012), Frankfurt (2009), Florenz (2008), London (2007) und Paris (2006), im Jahr 2017 im elsässischen Strassburg ab. Auch dieses Mal werden wieder Themen zu Ozeanien, darunter auch insbesondere zu Fidschi, präsentiert. Zahlreiche Sprecher werden erwartet, die in mehreren Panels Stellung zu historischen und aktuellen Themen im Rahmen des Generalthemas Stellung beziehen.

Der Poster der Tagung kann durch Anklicken des Bildes im Detail eingesehen werden. Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.

 

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Buchvorschläge: "Gulaami: Slavery in Fiji: Indentured Labour" von Dr. Kamlesh Sharma

Gulaami documents the experiences of a Girmitiya (Indentured Labourer) in Fiji who is originally from the village of Devadeha in the district of Basti in Uttar Pradesh. The reinvented slave trade of the mid 1850s by the British resulted in the removal of hundreds of thousands of Indians from their motherland, India and transplanted against their wishes in the British colonies (including Fiji) across the globe. In the South Pacific setting, slavery in Fiji is a story of the forgotten stolen generation right in the backyard of countries such as Australia and New Zealand. The story of Gulaami is about the ancestors of the Fijiindians who sacrificed so much for the betterment of Fiji and the emergence of the Fijiindian society, who are still struggling for equality and justice in the only country that they have known since their birth, Fiji. - Der Band ist als Kindle-Edition, Vivid Publishing, 2016, 239 S.,  erschienen.

 

 

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Neu erschienen: Rapa Nui - Easter Island. Cultural and Historical Perspectives; herausgegeben von Ian Conrich und Hermann Mückler

Die Ergebnisse des ersten Osterinsel-Symposiums an der chilenischen Botschaft in London im Jahr 2010 bildeten den Ausgangspunkt für die Publikation dieses Buches. Namhafte internationale Autoren aus den Fachbereichen Geschichte Populärkulturforschung, Archäologie und Sprachwissenschaft präsentieren hier ihre Ergebnisse, welche sehr unterschiedliche Zugänge zur Osterinsel und deren Bevölkerung sowie der traditionellen und gegenwärtigen Kultur ermöglichen. Der englischsprachige Band im Umfang von 252 Seiten ist im Berliner Verlag Frank & Timme in einer Hardcover-Version erschienen und enthält zahlreiche Farb- und s/w-Abbildungen. Das Buch ist zum Preis von 39,80 Euro ab sofort im Buchhandel und in Kürze auf den Buch-Online-Plattformen erhältlich. Bitte klicken Sie auf das linke Bild, um zur Verlagsseite zu gelangen; klicken Sie auf das rechte Bild und Sie erhalten ein PDF mit dem Inhaltsverzeichnis! ISBN 978-3-7329-0265-1.

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Wir gratulieren! Gold-Medaille in Rio für die fidschianische Rugby-Mannschaft

Am Donnerstag, den 11. August 2016 (Ortszeit) gewann die fidschianische Rugby-Mannschaft nach der Wiedereinführung von Rugby als olympischer Disziplin, die Gold-Medaille. Nach einer Pause von 92 Jahren ist Rugby erstmals wieder als Teamsportart zugelassen. Die Mannschaft von Fidschi hat zuvor erfolgreich Japan, Neuseeland und Südafrika hinter sich gelassen und im Finale Großbritannien mit 43:7 souverän abgefertigt. Die Rugby-Spiele, die mit einer verringerten Anzahl von jeweils sieben Spielern und auch zeitlich verkürzt gegenüber dem klasssichen Format ausgetragen wurden, haben so für Fidschi eine äußerst günstige Wendung genommen. Premierminister Bainimarama kündigte an, dieses Ereignis mit einem öffentlichen Feiertag zu würdigen. Es ist die erste Gold-Medaille für den pazifischen Inselstaat Fidschi bei olympischen Spielen. (Photo Copyright apa/afp/khalil)

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Buchpräsentation: "Surf-Fieber auf Hawaii" von Tamara Gabriel (Band 3 der Buchreihe Ozeanien), Freitag, 11. März 2016, 19.30 Uhr in der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft


Das Wellenreiten bzw. Surfen hat gerade in jüngster Zeit eine Renaissance erfahren. Nicht nur die medienwirksam betriebene Jagd nach der "perfekten Well" konnte eine breitere Öffentlichkeit erreichen. Der Ursprung der surfkultur liegt auf den polynesischen Hawaii-Inseln und reicht in eine Zeit zurück, die keine westliche Einflussnahme, Kolonisierung und Annexion kannte. Dieses Buch gibt ein anschauliches Bild des hawaiischen Wellenreitens im traditionellen Kontext und beleuchtet die Bedeutung und den Wandel im Lauf der Zeit sowie dessen Kultstatus in der Gegenwart.

144 Seiten, Lit Verlag, Wien, 2015, ISBN: 978-3-643-50658-0, 19,90 Euro.

Die Buchpräsentation findet in den Räumlichkeiten der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft (ÖAG) in der Stallburggasse 2, 1010 Wien, 1. Stock, bei freiem Eintritt statt. Die Veranstaltung wird von der Hula-Tanzgruppe "Hula O Hawaii" musikalisch begleitet. Einführende Worte werden von Vic Huber und Hermann Mückler gesprochen, den Vortrag zum Buch hält die Kulturanthropologin und Autorin Frau Mag. Tamara Gabriel.

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21. Konferenz der New Zealand Studies Association (NZSA) in Wien in der Zeit von 1. bis 4. Juli 2015 an der Universität Wien. Generalthema "Empires and Cultures of the Pacific".

 

 

Die New Zealand Studies Association (NZSA) hielt ihre Jahrestagung, nach Stationen in Oslo (2014), Nijmegen (2013), Gdansk (2012), Frankfurt (2009), Florenz (2008), London (2007) und Paris (2006), im Jahr 2015 in Wien ab.
Keynotespeaker aus Australien, Neuseeland, den USA und Europa leiteten die Veranstaltung ein und gliederten sie. Rund 90 Vortragende nahmen in zahlreichen Panels Stellung zu historischen und aktuellen Themen im Rahmen des Generalthemas Stellung.
Die Österreichisch-Fidschianische Gesellschaft (ÖFiG) war Mitorganisator und -veranstalter dieser mehrtägigen Konferenz, zu der rund 150 internationale Gäste anreisten.

 

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Vortrag von Dominik Schieder im Rahmen der OSPG

Der in London ansäßige und an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt/Main lehrende Ethnologe Dominik Schieder hält einen Vortrag zum Thema

"Fidschi-Insulaner in der Diaspora. Eine Ethnographie zu Migrantengruppen in Tokyo und London"


Wann: Dienstag, 20. Jänner 2015, 19.00 Uhr,
Wo: HS A, Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Univ. Wien, Univ.strasse 7, 4. Stock, HS A (weitere Infos unter http://www.ospg.org)


Der Vortrag will einen Einblick in eine Vergleichsstudie zu sozialen Netzwerken und inter-ethnischen Beziehungen von Fidschi-Insulanern in Japan und England geben. Im Fokus stehen unterschiedliche Migrantengruppen an deren Beispiel diasporische Gemeinschaftsformen dargestellt werden sollen. Migration von Fidschi nach Japan ist ein rezentes Phänomen. Im Gegensatz dazu besteht die fidschianische Diaspora in England aus drei Generationen. In Japan spielt Ethnizität nur eine untergeordnete Rolle in der Formierung sozialer Netzwerke. In England haben sich hingegen mehrere, ethnisch-fragmentierte Subgruppen herausgebildet. Der Vortrag fragt, wie sich diese unterschiedlichen Sozialformen erklären lassen. Der Beitrag baut auf einer Feldforschung, die von März 2012 bis heute mit indigenen Fidschianern, Indo-Fidschianern, Rotumanen und anderen Fidschi-Insulanern in Tokyo und London durchgeführt wird.

Dominik Schieder forscht gegenwärtig mit transnationalen Fidschi-Insulanern (Biographien, multi-ethnische Beziehungen und Rugby) in Europa und Asien. Er ist Visiting Research Fellow am Department of Anthropology an der London School of Economics und seit Oktober 2014 am Frobenius Institut angesiedelt. Dominik Schieder ist stellvertretender Sprecher der RG Ozeanien der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde.

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Am 17. Dezember 2014 fand im Ernst Fuchs Museum (Villa Wagner) in Wien-Hütteldorf eine gemeinsame Veranstaltung der Österreichisch-Tuvaluischen Gesellschaft (ÖTG) und der Österreichisch-Fidschianischen Gesellschaft (ÖFiG) statt.

 

Im Rahmen des bewährten Veranstaltungsschemas der sogenannten "Expertentalks" wurde zur heurigen Herbstveranstaltung eingeladen. Den Rahmen für diese Veranstaltung bildete das Ernst Fuchs Museum, welches sich in der 1888 von Otto Wagner erbauten und heute unter Denkmalschutz stehenden "Villa Wagner" am Stadtrand von Wien befindet. Zwei Vorträge in diesem schönen Ambiente dienten dazu, sich mit historischen und rezenten Aspekten zu Ozeanien auseinanderzusetzen. Univ.Prof. Hermann Mückler begann mit Ausführungen zu österreichischen Forschern und Reisenden in der Südsee, gefolgt von DDr. Emanuel Fuchs, dem Gastgeber und Ausrichter dieser Veranstaltung, der zur rezenten Situation auf Tuvalu aus seinen eigenen langjährigen Feldforschungserfahrungen in Tuvalu Einblicke gewährte. Beide Vorträge wurden mit Bildmaterial unterstützt. Im Anschluss an die Vorträge gab es einen informellen Teil mit einem Buffet und der Möglichkeit mit den Vortragenden zu plaudern und sich untereinander auszutauschen. Emanuel Fuchs gewährte auch im Rahmen einer Führung für die Gäste Einblicke in das repräsentative Gebäude und das Kunstschaffen seines berühmten Vaters Ernst Fuchs. Die Villa ist ein von Ernst Fuchs detailreich ausgestaltetes Gesamtkunstwerk. Die ÖFiG bedankt sich beim Gastgeber und hofft auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit der ÖTG.


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Unserem Vizepräsidenten Ingfrid Schütz-Müller wurde eine hohe Auszeichnung in Würdigung seiner Verdienste um die Vermittlung internationaler Beziehungen verliehen. Wir gratulieren herzlich!

 

Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Reinhold Mitterlehner, überreichte am 11. Dezember 2014 im Audienzsaal des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft hohe staatliche Auszeichnungen. U.a. ging das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse an Ingfrid Schütz-Müller, den Vizepräsidenten der ÖFiG und emeritierter Professor am Institut für Politikwissenschaft. Er hat für Studierende der Politikwissenschaften in den vergangenen 30 Jahren 65 Auslandsexkursionen zu Zentren der internationalen Politik organisiert und geleitet. Darunter waren auch mehrere Exkursionen nach Ozeanien, wobei immer auch Fidschi und seine dort ansäßigen internationelen und regionalen Organisationen beuscht wurden. Der gesamte Vorstand der ÖFiG gratuliert herzlich zu dieser Auszeichnung.

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Am 17. September 2014 fanden in Fidschi die ersten demokratischen Wahlen nach acht Jahren der Konsolidierung und inneren Neustrukturierung des Inselstaates statt.

 

Dieser Tag wurde auch gleichzeitig zu einem neuen Feiertag. Das Besondere an diesen Wahlen ist nicht, dass sie die ersten demokratischen Wahlen seit 2006 sind, sondern, dass erstmals alle Stimmen gleich zählten, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit. Der bisherige Interims-PRemierminsiter Commodore Voreque "Frank" Bainimarama wurde mit rund 60 Prozent der ausgezählten Stimmen neuer Premier von Fiji. Die ÖFiG gratulierte dem neuen Premierminister in einem Brief zur gewonnenen Wahl und wünscht ihm und dem Inselstaat alles Gute für eine prosperierende, friedliche Zukunft.

Alle Informationen zu den Wahlergebnissen und neuesten Nachrichten aus Fidschi finden sie hier.

 

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Der Tiergarten Schönbrunn freute sich zum Jahresende 2013 über die Geburt von gebänderten Fidschi-Leguanen. Am 22. Dezember 2013 waren die drei dieser äußerst seltenen Tiere geschlüpft.

 

 

Fidschi-Leguane sind Baumbewohner, die nur im Südpazifik auf den Inselgruppen Fidschi, Tonga und den Neuen Hebriden vorkommen. Durch die radikale Zerstörung der Regenwälder und das Einschleppen von Ratten und Hauskatzen wurde die Art an den Rand des Aussterbens gebracht und ist auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. Die Jungtiere sind bereits rund 20 Zentimeter groß. Der Schwanz macht allerdings zwei Drittel ihrer Körperlänge aus. Ausgewachsen werden sie es auf eine Länge von etwa 60 Zentimeter bringen. Anhand ihrer Zeichnung kann man schon ihr Geschlecht erkennen. Männchen können die Farbe ihre Streifen ändern: Während die beiden Weibchen gleichmäßig grün gefärbt sind, hat das Männchen die namensgebende Bänderung. Je nach Stimmung können Leguan-Männchen die Farbe ihrer Streifen von Weiß bis Türkis verändern, z.B. um Weibchen anzulocken. Dem Tiergarten Schönbrunn in Wien gelingt nicht nur regelmäßig die Nachzucht der Fidschi-Leguane, er führt auch das Europäische Zuchtbuch (ESB) für diese bedrohte Art und ist für das Management der gesamten Population in den europäischen Zoos verantwortlich. (Photo: © Tiergarten Schönbrunn).

 

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Zwei Österreicher beim 12th Pacific Science Inter-Congress in Suva, Fidschi, im Jui 2013

Beim in der Zeit von 8. bis 12 Juli 2013 an der University of the South Pacific (USP) in Suva stattgefundenen 12th Pacific Science Inter Congress der Pacific Science Association (PSA) waren gleich zwei Österreicher mit Vorträgen in zwei Panels vertreten: Dr. Harald Werber, Historiker und Pazifikexperte von der Universität Salzburg, der zu historischen politischen Entwicklung in Kiribati in einem Panel, welches von Prof. Max Quanchi organisiert war, sprach, sowie Hermann Mückler, Universität Wien, der zu historischen Aspekten australischer hegemonialer Ambitionen im Pazifik in einem von Prof. Grant McCall organisierten Panel sprach.

Damit wird sichtbar, dass es in Österreich eine aktuelle fundierte und sichtbare Ozeanienforschung gibt, die in regem Austausch mit Experten aus der Region steht.

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Juli 2013: Eine Legende erwacht zu neuem Leben: das "GPH"....

Das seit vielen Jahren leerstehende und langsam verfallende legendäre Grand Pacific Hotel, wird derzeit mit großem Aufwand renoviert, wiederhergestellt und um seitliche Hotelanbauten erweitert, um den modernen Erfordernissen an ein Hotel der gehobenen Klasse entsprechen zu können. Das 1914 von der Union Steamship Company gegründete Hotel bot allen Komfort, im Design der damaligen Luxusdampfer. Somerset Maugham, James A. Michener und Queen Elisabeth II. gehörten zu den illustren Gästen, die dort abstiegen. 1992 geschlosssen, sollte es seit 2008 bereits wieder eröffnet sein. Der Beginn der Renovierungsarbeiten hatte sich jedoch mehrmals verzögert. Derzeit - Juli 2013 - wird mit Hochdruck an der Fertigstellung des legendären Hotels gearbeitet.

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Juni 2013: Umbenennung der fidschianischen Fluglinie: Fiji Airways


Die 1947 gegründete Fluglinie "Fiji Airways" war im Jahr 1971 in "Air Pacific" umbenannt worden, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass mehrere pazifische Inselstaaten in die Fluglinie investiert hatten. Im Juni 2013 wurde nun der alte Name "Fiji Airways" wieder reaktiviert und im Zuge der Neuanschaffung eines Airbus A-330-200 sowie zweier Boeing 737-800 und einer Boeing 737-700 umbenannt. Die Flugzeuge erhielten ein neues Design, welches an typische fidschianische Tapa-Muster erinnert und von der fidschianischen Künstlerin Makereta Matemosi entworfen worden war.

 

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Buchtipp:

Dominik Schieder: Das Phänomen der coup culture. Politische Konflikte auf den Fidschi-Inseln

Im Dezember 2006 rückte der pazifische Inselstaat Fidschi durch den vierten politischen Umsturz innerhalb von zwei Jahrzehnten zum wiederholten Male in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Trotz der Bestrebungen des Militärs, das politische Schicksal des Landes zum Positiven zu wenden, wird fünf Jahre nach dem Coup d'Etat deutlich, dass die anhaltende politische Instabilität aufgrund der äußerst komplexen Struktur der fidschianischen Geschichte bis heute nicht überwunden ist.

Dominik Schieder erforscht in seiner Studie Fidschis politische Konflikte und die sozio-ökonomische Komplexität des Landes aus dem Blickwinkel eines interdisziplinär arbeitenden Ethnologen. Ausgehend von dem im Zuge des Staatsstreiches von 2006 aufgekommenen Diskurs einer coup culture in Fidschi werden die politische Geschichte, die Sozialstruktur der Gesellschaft und ausgewählte politische Akteure des Landes genau betrachtet.

Reihe Quellen und Forschungen zur Südsee. Wiesbaden 2012: Harrassowitz-Verlag. Paperback, 348 S., XVI S., Karten, Diagramme. ISBN: 978-3-447-06615-0. Preis:68 Euro (Österr.: 70 Euro).

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Wie sehen in Fidschi eigentlich die Briefkästen aus?

Hier ein schönes Beispiel vom Campus der University of the South Pacific (USP) in der Hauptstadt Suva auf der Hauptinsel Viti Levu. Der silbrig glänzende Behälter ist von einer hutartigen Konstruktion gekrönt, unter deren Krempe der Schlitz zum Einwurf von Briefen und Postkarten versteckt ist.

Post Fiji Ltd. ist das seit 1996 nach Umstrukturierungen und der Trennung des Telekommunikationsbereichs exisitierende Unternehmen, welches seinen Ursprung im 1871 gegründeten Postal Department of Fiji hat, welches noch vor der britischen Kolonialzeit im Rahmen des Cakobau Postal Acts gegründet wurde.

 

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Buchtipp:

Hermann Mückler: Entkolonisierung und Konflikte der Gegenwart in Ozeanien

Brandneu erschien vor wenigen Tagen der vierte und letzte Band zur Kulturgeschichte Ozeaniens mit dem Titel "Entkolonisierung und Konflikte der Gegenwart in Ozeanien" von Hermann Mückler. Der Band beleuchtet auch die jüngeren politischen Entwicklungen in Fidschi seit der Unabhängigkeit im Jahr 1970 detailliert in einem Grosskapitel. Vor allem den gegenwärtigen Bemühungen zu Strukturanpassungen, einer Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen sowie Fidschis neue Rolle auf internationaler Ebene wird breiter Raum gegeben.

Der Band hat 336 Seiten, 38 Abbildungen, 25 Karten, umfangreiche Literatur zur jüngeren Geschichte der ozeanischen Inselstaaten und insbesondere Fidschis sowie einen detaillierten Index.Der PReis ist trotz des Umfangs äußerst moderat: 19,90 Euro!

Das Buch kann u.a. direkt bei facultas.wuv bestellt werden.

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Präsident der ÖFiG ist Vizepräsident von PaN

Seit 1. Jänner 2013 amtiert ein neuer Vorstand im Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften PaN-Partner aller Nationen. Unter Bereichsdirektor Dr. Oskar Wara als Präsident von PaN ist der Präsident der ÖFiG, Hermann Mückler, als Viezpräsident gemeinsam mit einem fünfköpfigen Vorstand dafür verantwortlich, die Agenden von PaN in gewohnter Weise fortzusetzen, um den bilateralen Gesellschaften auch weiterhin Service und Vernetzung anbieten zu können.

 

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Expertentalk im Januar 2012: Erste gemeinsame Veranstaltung der Österreichisch-Tuvaluanischen Gesellschaft und der ÖFiG

Am Samstag, den 14. Januar 2012 fand in der Peter-Jordan Strasse in den Räumlichkeiten des Präsidenten der Österreichisch-Fidschianischen Gesellschaft Hermann Mückler ein kurzfristig anberaumtes Expertentreffen in kleinem Kreis statt,  an dem der Präsident der Österreichisch-Tuvaluanischen Gesellschaft Emanuel Fuchs sowie ausgewählte Gäste teilnahmen. Anlass war der Besuch der aus Bucalevu, Koroalau bei Savusavu, Vanua Levu, stammenden Fidschianerin Vinaina Vuvute Cabenavula. Bei dem Gespräch wurden nicht nur jüngste gesellschaftliche Entwicklungen in Fidschi erörtert und die Gelegenheit wahrgenommen, die Sichtweise einer Einheimischen dazu zu erfahren, sondern auch  historische und gegenwärtige Verbindungen Fidschis zu Tuvalu diskutiert. Darüber hinaus wurden zukünftige Kooperationen der beiden jungen bilateralen Freundschaftsgesellschaften besprochen und weitere gemeinsame Aktivitäten geplant.


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Eine bilaterale Freundschaftsgesellschaft stellt sich vor:
Die Österreichisch-Fidschianische Gesellschaft
(Austrian-Fijian Society)

Der Vorstand der im Jahr 2009 gegründeten Österreichisch-Fidschianischen Gesellschaft (ÖFiG) freut sich, mit dieser Website die Existenz und Aktivitäten der ÖfiG einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.


Die Gründung der Gesellschaft folgte der Erkenntnis, dass der Staat und die Inselgruppe Fidschi ein e außerordentliche kulturelle Vielfalt innerhalb Ozeaniens aufweist, die sich historisch erklären lässt, und sich in mehreren kulturellen Lebenswelten sowie gesprochenen Sprachen artikuliert. Fidschi, welches an einer Schnittstelle der zwei pazifischen Großregionen Melanesien und Polynesien liegt, ist innerhalb Ozeaniens aufgrund seiner zentralen Lage, der relativen Größe und seiner historischen Bedeutung auch für die umgebenden Inselgruppen und Länder immer bedeutsam gewesen.


Die Österreichisch-Fidschianische Gesellschaft (ÖFiG) versteht sich als eine überparteiliche, überkonfessionelle und unpolitische Institution, die sich dem Kulturaustausch zwischen Österreich und Fidschi widmet, wobei insbesondere die Vermittlung kultureller Traditionen aus Fidschi für ein österreichisches Publikum im Vordergrund steht. Als bilateral organisierte Freundschaftsgesellschaft fühlen wir uns den  ethnischen Kriterien wie sie der Dachverband der Österreichisch-Ausländischen Gesellschaften PaN vorbildlich formuliert, verbunden, und versuchen diese – ohne Mitglied im Dachverband zu sein – im Sinne der Völkerverständigung und des Brückenbauens zwischen den beiden Ländern umzusetzen.


Hermann Mückler
für den Vorstand

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Projekt zur Diabetes-Früherkennung und Behandlung: ÖFiG unterstützt PRISM in Fidschi

Für das humanitäre Projekt der Diabetes Früherkennung sowie Behandlung der gravierenden gesundheitlichen Folgen der Krankheit, hat bereits die Österreichisch-Südpazifische Gesellschaft (OSPG) in den vergangenen beiden Jahren Geld gesammelt, um den Ankauf von Diabetes-Teststreifen, Medikamenten und sonstigem medizinischen Material zu ermöglichen. Die ÖFiG führt nun dieses Projekt fort und wird ebenfalls bei zukünftigen Veranstaltungen um Spenden für dieses Projekt werben. Ein Startbetrag von 1.000 Fiji-Dollar soll der Beginn der Fortführung dieser Initiative sein. Das Projekt wird in Fidschi von PRISM umgesetzt, welches in enger Zusammenarbeit mit FRIEND (Foundation for Rural Integrated Enterprises & Development) eine Infrastruktur zur Versorgung der Bevölkerung insbesondere im ländlichen Raum aufgebaut hat. PRISM steht für Prevention, Restoring the Balance, Integration, Sutainability und Mindful Excellence.

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Vertreter der ÖFiG bei Bundespräsident Heinz Fischer


Im Rahmen des Jahres der Freiwilligen, lud der Schirmherr des Dachverbandes aller Österreichisch-Ausländischen Gesellschaften PaN, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, ausgewählte Vertreter bilateraler Freundschaftsgesellschaften am 12. Mai 2011 in die Präsidentschaftskanzlei. Mit dabei auch der Präsident der  Österreichisch-Fidschianischen Gesellschaft.

 

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Buchtipp:
Conrad Machens. Ein Kaufmannsleben zwischen Deutschland und Fidschi von Stephan A. Lütgert


Diese historische Biographie zeichnet das Leben des aus der Nähe von Hildesheim stammenden Südseekaufmanns Conrad Machens (1856–1930) nach. Machens wurde 1888 Teilhaber und 1891 vorübergehend alleiniger Inhaber der erfolgreichen Ex- und Importfirma „Hedemann & Co.“, die europäische Industrieprodukte in die Südsee und tropische Erzeugnisse nach Deutschland verhandelte. Das kurzweilig, eng an den Originalquellen geschriebene und mit zahlreichen Zitaten  angereicherte Buch dokumentiert, dass es neben dem deutschen Kolonialismus im herkömmlichen Sinne noch eine andere Form deutschen Engagements in der Südsee gab. Es erhellt ein bislang wenig bekanntes Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte anhand eines konkreten Einzelschicksals und verdeutlicht zugleich, in welchem Umfang die Globalisierung an der Wende des 19./20. Jahrhunderts bereits fortgeschritten war. Die Lebensgeschichte basiert auf der akribischen, quellenkritischen Auswertung des bislang unpublizierten, noch heute in Familienbesitz befindlichen Nachlasses.

Stephan A. Lütgert: Conrad Machens.  Ein Kaufmannsleben zwischen Deutschland und Fidschi (1856–1930). Husum 2009, 181 Seiten, gebunden, s/w Abb.; ISBN 978-3-89876-482-7, Preis: 19,95 Euro.


Buchtipp:
Briefe von Fidschi
herausgegeben von Stephan A. Lütgert


Stephan A. Lütgert hat in akribischer Arbeit den Nachlass
vo n Conrad Machens aufgearbeitet. Auf Anregung seiner in Deutschland verbliebenen Schwester hatte Conrad Machens im Laufe des Jahres 1883 eine Serie von Briefen verfasst, in denen er über die exotischen Lebensverhältnisse in der britischen Kronkolonie Fidschi berichtete. Die von ihm ursprünglich für den Abdruck in einer deutschen Tageszeitung vorgesehenen „Briefe von Fidschi“ wurden anlässlich von Machens' 80. Todesjahr nun als Taschenbuch vorgelegt.

Stephan A. Lütgert (Hrsg.): Conrad Machens, Briefe von Fidschi aus dem Jahre 1883. Norderstedt 2010, übertragen, kommentiert und herausgegeben von Stephan A. Lütgert, 84 S., Paperback,  ISBN 978-3-8391-3811-3, Books on Demand, Preis: 9,90 Euro.

 


 


 

 

 

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Das Objekt, welches vielleicht an ein Ochsengehörn erinnert, ist die Silhouette einer „Domodomo“ genannten hölzernen Mastspitze, wie sie bei den traditionellen Doppelrumpfbooten („Drua“ genannt) Verwen-dung fand. Dieser Domodomo konnte bis zu einem Meter groß sein und bot einen markant sicht-baren Abschluß der wuchtigen Masten, welche die Druas kennzeichneten.

„Domodomo“ ist heute der Name des in unregel-mäßigen Abständen er-scheinenden Magazins des Fiji Museums in Suva, in dem sich auch ein originaler Domodomo befindet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute findet sich dieses ausschließlich auf traditio-nellen fidschianischen Schiffen verwendete Teil bei den fidschianischen Telefon-zellen, wie sie beispielsweise in der Hauptstadt Suva zu finden sind.